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CD REVIEW
AIRBOURNE
Black Dog Barking
Roadrunner Records/Warner
Seit ihrem Auftreten in der Szene vor rund sieben Jahren sind die vier wilden Aussies voll durchgestartet und zeigten sich äusserst spielfreudig. Ihre stets energiegeladenen Shows sind längst zum Markenzeichen geworden und waren in den letzten Jahren auf fast, wenn nicht auf allen wichtigen Festivals in unseren Breitengraden vertreten. AC/DC-like Bands gibt es ja wie Sand am Meer und nur eine Handvoll davon sind auch wirklich gut in dem Sinne, dass die Wurzeln unverkennbar sind, aber dennoch ein eigener Stil auszumachen ist. Der Unterschied von Airbourne zum Original liegt in erster Linie am sirenenartigen Power-Gesang von Frontmann und Gitarrist Joel O'Keeffe und der bisher eher schnellen Spielweise der Songs. Das Longplayer-Debüt «Running Wild» kam in der Heimat im Jahre 2007 heraus und in Europa kurz danach auch. Einer der ersten Schweizer Headliner-Gigs im ehrwürdigen Rohstofflager (R.I.P.) wird immer in Erinnerung bleiben und nicht nur weil sich Joel mitten im Konzert ein Bier gleich selber zapfte. Das Konzert dauerte gerade mal 65 Minuten, aber mehr brauchte es gar nicht, denn Musiker wie Fans waren fix und fertig.
Mit dem zweiten Album «No Guts. No Glory» (2010) festigte man den Ruf weiter und die sechs bisherigen Videos trugen mit etwas Slapstick zu weiterem Ruhm bei. Überpräsenz kann aber auch kontraproduktiv sein und darum hörte/las man in den letzten Monaten nicht mehr so viel von und über Airbourne. Untätig war das lärmige Quartett jedoch nicht, denn nun galt es, das berüchtigte wie berühmte dritte Album einzutüten. «Black Dog Barking» ist der Titel und nur zehn (LP-formatfreundliche) Songs mit einer Spielzeit von knapp 36 Minuten buhlen nun um die Gunst der Fans. Was zuerst auffällt, ist der insgesamt hohe Midtempo-Anteil, weil zum Vorgänger drei Songs weniger an den Start gehen.
Der Opener «Ready To Rock» geht jedoch erstmal (mit Vibes von «Riff Raff») volle Pulle los, so wie man das bestens kennt. Der griffige Mitsing-Part wird live bestimmt auf Anklang stossen. «Animalize» groovt darauf optimal und auch hier werden die Backing-Vocals hörbar akzentuiert. «No One Fits Me (Better Than You)» fällt darauf eher etwas ab und «Back In The Game» entpuppt sich mehr als Hardrock-Song. «Firepower» ist derweil ok, aber kein Überflieger und die Vorab-Single «Live It Up» überrascht zu Beginn mit ungewohnten Arrangements. «Woman Like That» klingt dann aber mehr nach Kiss als Airbourne, während «Hungry» wieder flotter abgeht und die Backing-Vocals beim Refrain wieder ziemlich laut dazu gemischt wurden. «Cradle To The Grave» greift indes die alten Wurzeln der Vorbilder spürbar auf und zum Schluss gibt es mit dem Titelsong natürlich keine Ballade, sondern wiederum sattes Riffing, das einen jedoch nicht wirklich vom Hocker haut.
Und das gilt auch gleich für das ganze Album! Mir fehlen da schlicht und einfach die zwingenden Momente und das Hitpotenzial, trotz einigen guten Ideen und der fetten Produktion. So gesehen ist es wohl besser, dass nur zehn neue Tracks aufgenommen wurden. Darüber hinaus stehen mir die Backing-Vocals zu sehr im Vordergrund und da praktisch überall wie gleich laut vorhanden, regiert zu viel Einerlei. Meine Erwartungen waren auf jeden Fall klar höher und der Voränger «No Guts. No Glory» ist eindeutig besser!
Rockslave
7.0 von 10
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